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KTC Krifteler Tennis Club

Der Bau der B 519 neu in ihrer derzeit geplanten Form würde zum Wegfall von mindestens einem, im Extremfall aber bis zu drei Spielfeldern in der Anlage des Krifteler Tennisclubs (KTC) am Schmelzweg (Foto: Tag der offenen Tür 2007) führen. „Und damit unsere heute schon knappen Platzkapazitäten um 30 bis 40 Prozent verringern“, erläutert Clubpräsident Peter Nonner. Damit nicht genug: Die gesamte in den letzten Jahren mit viel Aufwand neu gestaltete Clubanlage wäre künftig gesäumt von zwei Hauptverkehrsstraßen (B 519 und Schmelzweg) und würde dadurch massiv Attraktivität einbüßen, auch durch die zunehmende Lärmbelästigung, die sich bei der „lärmempfindlichen“ Sportart Tennis besonders nachteilig auswirkt.

Auch rechtliche Schritte nicht ausgeschlossen

Die noch viel höheren Belastungen während der vermutlich drei Jahre dauernden Bauphase mag sich Nonner am liebsten gar nicht vorstellen. Doch der Club packt das Thema offensiv ein. „Unser Vorstand hat die Aufgabe, das Vereinsvermögen verantwortungsbewusst zu verwalten und den Mitgliedern des Clubs weiterhin die Möglichkeit zu erhalten, in einer attraktiven Anlage Tennis zu spielen“, so Nonner. Insofern seien auch rechtliche Schritte seitens des Clubs gegen das Monsterprojekt B 519 neu nicht auszuschließen.

Geringe Entlastung - Sportanlagenvernichtung

Aus Sicht des KTC ist der geplante Straßenbau ohnehin überflüssig. „Gemäß den vorliegenden Erkenntnissen beläuft sich die Entlastung des Durchgangsverkehrs auf lediglich 120 Fahrzeuge täglich“, wird in einer Pressemitteilung des Clubs festgestellt. „Eine solche Zahl rechtfertigt nicht die Vernichtung von vorhandenen Sporteinrichtungen in dieser Dimension.“ Was Nonner und seine Vorstandskollegen ganz besonders ärgert: „Dass die zuständigen Behörden bis zum heutigen Tag sich um keinerlei Kontakt mit dem Vorstand des KTC bemüht haben und der Club auch in den Ausführungen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen nicht mit einem Wort erwähnt wurde“.

Gravierende Beeinträchtigungen

Dabei müsste den Planern doch bewusst gewesen sein, dass das Projekt durch seine vielfältigen und gravierenden Beeinträchtigungen auf die Tennisanlage (auch aufgrund des zu erwartenden Anstiegs der Geruchs- und Schmutzbelastung durch die direkt unterhalb des Geländes geplante Tunnelausfahrt) die Existenz dieses Sportvereins massiv bedroht. Die Realisierung des Straßenbauvorhabens würde „mittelfristig zur Auflösung des Clubs führen“, meint der Vorstand. Sollte der Bau nicht zu verhindern sein, sei es das Mindeste, dass zeitgleich an anderer Stelle eine adäquate Anlage kostenneutral geschaffen werde. Wie aber soll das geschehen?

„Eine Zusammenführung mit anderen Sportanlagen im Bereich der Hofheimer Feuerwehr erscheint hierfür nur bedingt geeignet“, stellt der KTC im Hinblick auf entsprechende Überlegungen fest, die im Vorfeld ins Gespräch gebracht worden waren.

KTC ist eine gesellschaftliche Größe

Die Bezeichnung „Club“ ist vielleicht etwas irreführend für den mit rund 470 Mitgliedern zweitgrößten Verein Kriftels. Der KTC ist auch durch seine intensive Jugendarbeit und seine vielen auch „tennis-fremden“ Aktivitäten wie Radtouren, Jogging, Doppelkopf-Turniere oder Feste in familiärer Atmosphäre eine bedeutende gesellschaftliche Größe in der Obstbaugemeinde. Neben 237 Kriftelerinnen und Kriftelern gehören dem Verein auch Mitglieder aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus an – auch 168 Hofheimer, worüber der Verein sehr froh ist. Nonner: „Wir sind stolz darauf, dass wir nicht nur auf der sportlichen Ebene eine so tolle Verbindung zwischen den beiden Nachbarstädten schaffen“.

Die sportliche Bilanz des KTC kann sich ebenfalls sehen lassen: In 13 Jugendmannschaften sind knapp 100 Kinder und Jugendliche aktiv und in 13 Erwachsenenteams über 100 Erwachsene. Das Team „Herren 55“ hat schon zwei Mal bei Europameisterschaften und bei Deutschen Meisterschaften Gold geholt. Die erste Damenmannschaft spielt in der Hessenliga, ebenso die Juniorinnen U 18.

Attraktive Clubanlage unverzichtbar

„Der Verein lebt von den Aktivitäten seiner Mitglieder“, stellt Nonner fest. Zur Ausübung des Sports, aber auch für das Zusammensein vor und nach dem Spiel sei eine attraktive Clubanlage unverzichtbar. Die Anlage am Schmelzweg besteht aus sieben Sandplätzen, von denen vier in den vergangenen sechs Jahren mit hohem finanziellem Aufwand saniert wurden. Es gibt auch eine Ballwand zum Üben sowie Spielfelder für „Beachtennis“ und „Beachvolleyball“ und eine neue Boulebahn. Eine ganz wichtige Funktion in puncto Geselligkeit und Begegnung erfüllt ein Clubhaus mit eigener Gastronomie.

„Agieren am Rande der Platzkapazitäten“

Der zu ganz überwiegenden Teilen durch Mitgliedsbeiträge finanzierte Club habe zahlreiche Aktivitäten entfaltet und Investitionen getätigt, um auch im Vergleich mit anderen Tennisvereinen in der Region attraktiv zu bleiben, so Nonner. „Im Hinblick auf die zunehmende Anzahl unserer Mannschaften agieren wir schon heute am Rande unserer Platzkapazitäten“. Weitere Mannschaften könnten derzeit praktisch nicht gemeldet werden. „Kommt die neue Bundesstraße, müssen sogar Mannschaften abgemeldet werden. Das Tennisspielen auf dem derzeitigen sportlichen Niveau würde quasi unmöglich“, ergänzt Nonner.

Auch das ist bitter: Eine Erweiterung der Anlage um einen oder zwei weitere Plätze oder vielleicht auch um eine Tennishalle ist seit Jahrzehnten aufgrund der Planungen für die B 519 neu unmöglich. Die Realisierung der derzeitigen Planung würde schließlich das Aus bedeuten, ist man sich beim KTC sicher: Weniger Mannschaften und nachlassendes Clubleben in Verbindung mit einer unattraktiven Anlage würden zu einem massiven Mitgliederschwund führen. „Wir werden aber nichts unversucht lassen, dieses unglaubliche Bauvorhaben zu verhindern. Gemeinsam mit anderen Betroffenen rechnen wir uns hierfür gute Chancen aus“, gibt sich der Erste Vorsitzende zuversichtlich.