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Lutz Wagner im Gespräch mit Bürgermeister Seitz

Kein Krifteler ist so stark persönlich betroffen von den Planungen zum Neubau der B 519 wie der prominente Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner (Foto, rechts, mit Bürgermeister Christian Seitz). Er ist Eigentümer eines fast 30.000 qm großen Grundstücks, das sich von der Kapellenstraße bis hin zum Schwarzbach erstreckt – einst produzierte die von Lutz Wagners Großvater gegründete Heinrich Wagner KG auf diesem Gelände Graupappe. „Das ist meine Heimat!“ erklärt der Krifteler, der dort auch mit seiner Familie wohnt.

Die Fläche liegt genau in der geplanten Trasse der B 519 neu und der mit ihr verknüpften Zu- und Abfahrten in diesem Bereich. Durch den Bau der Straße würde sie „mit einem Schlag wertlos“, macht sich der heutige Eigentümer keine Illusionen. „Zwei Drittel würden mit Asphalt zugepflastert, der Rest wäre dann kaum noch nutzbar“, stellt Wagner fest. Der Schiedsrichter ist fair: Wenn es um berechtigte Belange der Allgemeinheit gehe, müsse Persönliches manchmal in den Hintergrund treten. „Doch das sehe ich hier nicht. Die Straße wird die Probleme mit dem Verkehr in Hofheim nicht lösen. Ich bin nicht bereit, mein Zuhause für so ein sinnloses Projekt herzugeben“.

Jahrzehntelanger Kampf gegen das „Idiotenprojekt“

Also wird er weiter dagegen kämpfen wie bereits sein vor acht Jahren verstorbener Vater Klaus Wagner. Der hatte sich im Laufe der nunmehr fast 40jährigen Planungsgeschichte immer wieder vehement gegen das „Idiotenprojekt“ gewehrt. Er musste hinnehmen, dass auf seinem Besitz eine Veränderungssperre lastete. Lutz Wagner: „Das ist, als wenn Sie ein Auto hätten, aber nicht damit fahren dürften“! Die Graupappenfabrik hat Mitte der 1970er Jahre ihren Betrieb eingestellt. Übrig geblieben sind mehrere alte Backsteingebäude sowie der höchste Schornstein im Main-Taunus-Kreis. Die Gebäude sind noch gut in Schuss. Der Besitzer hat das Beste aus der Situation gemacht und sie an mehrere Firmen vermietet.

Neben zwei Hallen, die von der Firma Polar Mohr genutzt werden, ist ein kleiner „Gewerbepark“ entstanden: Für die zumeist noch jungen Handwerker- und Dienstleistungsbetriebe mit einer stattlichen Anzahl von Beschäftigten, darunter auch Auszubildende, die sich dort zu für sie günstigen Bedingungen eingerichtet haben, wäre der Bau der B 519 neu eine Katastrophe, da er ihre Existenz bedrohen würde. Ganz bitter wäre er zugleich für die insgesamt ca. 20 Anwohner auf dem Gelände. Sie wohnen in zentraler Lage und dennoch ruhig – die Werksgebäude an der Kapellenstraße halten den Verkehrslärm ab, und zum Bach hin schweift der Blick über grüne Wiesen, auf denen sich sogar Gänse und andere Tiere tummeln.

„Hofheim hat sinnvolle Teillösungen blockiert“

Ein uralter Baumbestand passt gut in diese grüne Landschaft, die Lutz Wagner erhalten möchte: „Ich bin ein naturverbundener Mensch.“ Er kann sich darüber hinaus eine teilweise Wohnbebauung vorstellen - die Weitläufigkeit des Grundstücks macht Beides möglich. Wagners Vision: Eine „harmonische Zusammenführung“ von Hofheim und Kriftel durch eine sinnvolle und gefällige Gestaltung des Areals. Im Gegensatz zur brutalen Trennlinie, die der Bau der B 519 neu in diese Landschaft schneiden würde. „Der Grünstreifen zwischen Hofheim und Kriftel wäre dann weg“, mahnt Wagner. Was ihn besonders ärgert: Im Hofheimer Rathaus habe man in der Vergangenheit konstruktive Teillösungen wie eine direkte Anbindung der L 3011 oder die sogenannte Nordspange gezielt blockiert, „um die große Lösung als einzige anzupreisen“. Und die würde den Steuerzahler dann richtig viel Geld kosten – „eine Art Ringstraße um Hofheim auf Krifteler Gemarkung, die mit Steuergeldern bezahlt würde“, so sieht nicht nur Lutz Wagner das Vorhaben.

Kaum Befürworter in der Bevölkerung

Der Krifteler hat die Informationsveranstaltung des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Hofheim wie die Bürgerversammlung in Kriftel besucht. Und die Planer vom ASV mit seinen Wortmeldungen ganz schön in Erklärungsnöte gebracht – z.B. indem er fragte, wie der Verkehr auf der neuen Straße angesichts der zahlreichen geplanten Ampelanlagen funktionieren solle. Sein Gesamteindruck von den Veranstaltungen: Da soll etwas, politisch motiviert, mit Gewalt durchgedrückt werden, das in der Bevölkerung kaum Anklang findet. Selbst Betroffene in Hofheim, die sich über eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens in der Kreisstadt freuen würden, hielten die B 519 neu nicht für eine geeignete Lösung.

Empört ist Wagner auch über den geplanten Tunnel unter den Krifteler Sportanlagen hindurch. Direkt vor dem Sportplatz soll sich der Eingang des Tunnels befinden. „Fünf Meter weiter spielen dann die Bambinis vom SV 07 und sind der höchsten Staubbelastung ausgesetzt – das kann doch nicht sein“! sagt der Schiedsrichter, der früher selbst in der E-Jugend des Krifteler Vereins erste Fußballerfahrungen gesammelt hat und dem Verein bis heute verbunden ist.

„Gute und berechtigte Gründe“

Selbstverständlich wird Lutz Wagner im Planfeststellungsverfahren zur B 519 neu seine Einsprüche erheben. Er wird dabei unterstützt durch einen Rechtsanwalt, der seit vielen Jahren für die Familie tätig ist und die gesamte Historie der Planung kennt. Insgesamt sieht der Krifteler dem Verfahren, das jetzt neu aufgerollt wird, optimistisch entgegen: „Es gibt gute und berechtigte Gründe, die gegen das Projekt sprechen - abgesehen davon, dass es die Probleme in Hofheim nicht lösen wird“, ist Wagner mehr denn je überzeugt. „Ich werde nicht müde, diese Überzeugung auch in der Öffentlichkeit mit Nachdruck zu vertreten“.

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