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Krifteler BI B519neu gründet e.V.

B 519 neu bedroht Existenz des Tennisclubs

B 519: Bürgerengagement ist ganz wichtig!

Viele Gründe für Ablehnung der B519-Planung

Auch in Hofheim eine BI gegen die B 519neu

Lutz Wagner: B 519 neu löst Probleme nicht

Unterstützung von außen für Kriftel

Anja Klug sorgt sich um Schulkinder

Werner Pfeffer: Wir brauchen keine neue Straße!

Eindrucksvolle Entschlossenheit in Kriftel

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Bürger und Politiker gründen Interessengemeinsch.

Interessengemeinschaft B519neu

In den Unterlagen, die das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Wiesbaden zum Thema B 519 neu in den Informationsveranstaltungen vorgelegt hat, hat die Kriftelerin Christine Diegelmann gesehen, dass die Planer nicht an die Schulkinder gedacht haben, die täglich mit dem Rad oder zu Fuß zwischen Kriftel und Hofheim pendeln. Das hat die Mutter einer schulpflichtigen Tochter dazu gebracht, sich den erklärten Gegnern des Straßenbauprojekts anzuschließen.

„Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Gründe findet man für die Ablehnung“, stellte die Kriftelerin jetzt am Dienstag im Verlauf einer Pressekonferenz im Rathaus fest. Die Gemeinde informierte dabei über die Gründung einer Interessengemeinschaft contra B 519 neu, die sich zwei Tage später offiziell formieren sollte. Neben besorgten Bürgern und Vertretern der betroffenen Sportvereine SV 07 Kriftel und Krifteler Tennisclub (KTC) gehören der Initiative auch Kommunalpolitiker an. Vorerst sind es ca. 15 Personen, doch es darf als sicher gelten, dass es sehr schnell sehr viel mehr sein werden. Haben doch bisher bereits rund 1600 Krifteler Protestkarten gegen die Planung ausgefüllt und bei der Gemeinde abgegeben.

In letzter Zeit waren mehrere Bürger an die Gemeinde herangetreten mit dem Wunsch, über die reine Protestbekundung hinaus aktiv zu werden. Die Gemeinde hat daher diese Meldungen gesammelt und die Gründung einer Interessengemeinschaft vorbereitet.

Einwendungen von Bürgern sind wichtig

„Ziel ist, dass jeder Krifteler Mitglied wird“, so Bürgermeister Christian Seitz. Auch wenn das schwerlich erreicht werden wird: Auf jeden Fall können alle Bürgerinnen und Bürger der Obstbaugemeinde im Laufe des Planfeststellungsverfahrens ihre Einwände aufgrund persönlicher Betroffenheit geltend machen, denn die Verwirklichung der Planung würde die Lebensqualität in ganz Kriftel mindern. Und hier sollten auch möglichst viele einzelne Einwendungen erhoben werden. Es sei für die politische Dimension zudem außerordentlich wichtig, dass sich die Bürger engagieren, sagte Rechtsanwalt Klaus Haldenwang, der die Gemeinde Kriftel im Verfahren um die B 519 neu berät. Der Kampf zur Verhinderung des Vorhabens sei „schwierig, aber nicht aussichtslos“, so die vorläufige Einschätzung des Juristen.

Noch etwas optimistischer äußert sich Lutz Wagner. Der prominente Bundesligaschiedsrichter aus Kriftel teilt sich bis auf weiteres mit dem Ersten Vorsitzenden des SV 07 Kriftel, Norbert Eigenstetter, das Amt des Sprechers der Interessengemeinschaft. Als Hauptbetroffener hat Wagner, über dessen weitläufiges Grundstück die Trasse der B 519 neu verläuft, berechtigte und gewichtige Argumente. „Zwei Drittel des Grundstücks würden mit Beton verschandelt, Leben wäre dort nicht mehr möglich“, stellt Wagner fest. Die Straße würde auch das Aus für einen Gewerbepark mit jungen innovativen Firmen auf dem Gelände bedeuten und Wohnraum vernichten. Den Krifteler ärgert es besonders auch, dass „das Idiotenprojekt völlig an uns (als Hauptbetroffene) vorbei“ geplant wurde.

„Landschaftsverschandelung ersten Ranges“

Gerhard Dietz, unmittelbar betroffener Anwohner an der Hofheimer Straße, sieht sich „seit fast 50 Jahren durch die Straßenbaupläne schikaniert“, die er als „Landschaftsverschandelung ersten Ranges“ brandmarkt. SV 07-Vorsitzender Eigenstetter führt „nicht wieder gut zu machende Schäden an der Jugend“ ins Feld. Zumindest in den zwei bis drei Jahren Bauzeit wären die Sportanlagen an der Hofheimer Straße nicht nutzbar. Auch nicht für die ca. 180 Jugendlichen, die beim SV 07 trainieren. Eigenstetter machte zudem darauf aufmerksam, dass sechs Schulen ihren Sportunterricht in der Anlage abhalten.

Erbost über den Wegfall eines Spielfeldes auf dem Gelände des KTC ist dessen Gründungsmitglied Gerd Siegenthaler: „Dafür haben wir uns vor 37 Jahren nicht krumm gelegt!“ Die B 519 neu würde nicht nur das Gelände des Tennisclubs beschneiden, sondern die Spielfreude auch durch hohe Lärmschutzwände in unmittelbarer Nachbarschaft extrem beeinträchtigten. Man solle doch erst einmal feststellen, ob die Straße überhaupt noch notwendig sei, wo sich doch durch Ausbaumaßnahmen im Verkehrsnetz ringsum so viel entwickelt habe, trug Siegenthaler ein wichtiges Argument vor.

Abstufung rechtswidrig?

Jede Menge Argumente parat hat Kriftels Ehrenbürgermeister Paul Dünte, der sich der Interessengemeinschaft ebenfalls angeschlossen hat. Die heute schon geplante Abstufung der B 519 neu nach ihrem Bau zur Landesstraße „ist nach meiner Auffassung rechtswidrig“, sagte Dünte, der zugleich darauf hinwies, dass man die endgültige Version der Planunterlagen bislang nicht kenne. In der Interessengemeinschaft müssten jetzt weitere Argumente gesammelt und mit den aktuellen Unterlagen verglichen werden, sobald diese veröffentlicht würden. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht: Nach der Offenlegung sechs Wochen. Wer nicht innerhalb dieser knappen Frist seine Einwendungen macht, hat im weiteren Verfahren nichts mehr zu melden.

Bürgermeister Seitz sieht die Gemeinde „juristisch gut vorbereitet“. In der langen Planungsgeschichte habe Kriftel zu keinem Zeitpunkt das Projekt nie gänzlich abgelehnt, sondern stets konstruktive Vorschläge gemacht, wie das eigentliche Ziel – eine Verkehrsentlastung für die Hofheimer Innenstadt – auch durch Teillösungen (z.B. „Stromspange“) erreicht werden könnte. Die mit dem geplanten Mittelteil der B 519 neu verbundenen unzumutbaren Belastungen für Kriftel werde man jedoch weiterhin nicht hinnehmen. Er gebe die Hoffnung nicht auf, dass am Ende doch noch eine Lösung gefunden werden könne, die für beide Kommunen akzeptabel sei.

Kontakt über Rathaus oder Internet

Wer Kontakt zur Interessengemeinschaft gegen die Planung der B 519 neu aufnehmen möchte, kann sich im Rathaus melden oder im Internet die Seite www.b519neu.de öffnen. Dort sind umfassende Informationen hinterlegt, die laufend ergänzt und aktualisiert werden sollen. Ein Forum bietet außerdem die Gelegenheit zum Meinungsaustausch. Die Seite ist von Alexander Feist, Gemeindevertreter und Vorsitzender des Planungsausschusses, unter Mithilfe der Verwaltung erstellt worden. Er hat sie im Rahmen der Pressekonferenz präsentiert und erläutert. Auf der Seite findet man u.a. auch eine 3-D-Animation, die Fahrten auf der geplanten Straße simuliert. Verdeutlicht wird dadurch u.a. der gewaltige Landschaftsverbrauch durch das geplante Monsterprojekt.

Zunehmender Widerstand auch in Hofheim

Auch in der Hofheimer Bevölkerung formiert sich der Widerstand gegen die Planung der B 519 neu – zunehmend wird erkannt, dass Teile von Hofheim durch die neue Straße in erheblichem Maße zusätzlich von Verkehr belastet würden. Am Dienstagabend ist in der Kreisstadt eine entsprechende Bürgerinitiative gegründet worden. Mit ihr will auch die Krifteler Interessengemeinschaft Kontakt aufnehmen.