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Werner und Roland Pfeffer

Der Krifteler Werner Pfeffer und sein Sohn Roland werden auf jeden Fall im jetzt anlaufenden Planfeststellungsverfahren für die B 519 neu ihre Einwendungen gegen die Planung vorbringen. Für Werner Pfeffer ist es nicht das erste Mal. Im Laufe der 30jährigen Geschichte dieser umstrittenen Planung hat er schon öfter an den Regierungspräsidenten geschrieben. Das Wohnhaus der Familie Pfeffer steht in der Hofheimer Straße. In noch nicht 100 Metern Entfernung würde nach den aktuellen Plänen die neue Straße im Bereich der Krifteler Sportanlagen in dem geplanten Tunnel verschwinden.

Zweifel an Aussagekraft der Gutachten

Lärmgutachten hin, Luftströmungsuntersuchungen her: „Die Straße kommt vom Hochfeld, soll den Schwarzbach überqueren dann unter die Erde gehen – das muss ein starkes Gefälle sein“, meint Werner Pfeffer. „Wenn ich mir den Lärm und die Abgase vorstelle, die entstehen, wenn ein vollbeladener Lkw auf dieser Strecke fährt …“ Je nach Wetterlage, hat der Krifteler festgestellt, hört er mitunter sogar die Güterzüge, die nachts durch die Gemeinde fahren, in seinem Haus, obwohl doch die Bahnstrecke weit weg ist. Und da soll der Lärm von der B 519 neu sich noch in erträglichen Grenzen halten?

Drastische Verschlechterung der Wohnqualität

Gut, es sollen Lärmschutzwände gebaut werden, bis zu sechs Meter hohe sogar. „Aber wer weiß, wie sich der Lärm dann verteilt?“ fragt sich Werner Pfeffer. Und ein hässlicher Anblick ist eine solche Wand. „Noch können wir in unserem Garten in Richtung Taunus blicken, die Aussicht würde uns dann auch genommen.“ Ist doch klar: Die Wohnqualität im Umfeld der B 519 neu würde sich drastisch verschlechtern. „Wir sind heute schon von vielen Straßen umgeben“, stellt Roland Pfeffer fest, „aber trotzdem ist es hier noch einigermaßen ruhig.“ Mit einer weiteren Straße in unmittelbarer Nähe wäre das endgültig vorbei.

Ungelöste Schulweg-Problematik

Roland Pfeffer hat auch keinen guten Eindruck von den Präsentationen der Planer in der Bürgerversammlung mitgenommen. „Ganz konkrete Fragen, z.B. zur Schadstoffemission am Eingang zum Tunnel, sind nur mit lapidaren Auskünften beantwortet worden. Die Leute scheinen sich außerdem mit der Situation vor Ort gar nicht richtig auseinandergesetzt zu haben.“ Als Beleg dafür dient dem Vater von zwei schulpflichtigen Kindern die noch ungelöste Problematik in Bezug auf die Schülerinnen und Schüler, die täglich die Hofheimer Straße als Schulweg nutzen. Die Planer, die u.a. ausführlich eine durch den Straßenbau gefährdete Feldhamsterpopulation im Marxheimer Feld untersucht hatten und dies auch in ihren Vorträgen darstellten, hatten eingestehen müssen, dieses Problem bislang nicht erkannt zu haben.

„Menschenverachtende Planung“

Ein Sohn von Roland Pfeffer nutzt ebenfalls den kurzen Weg in die Main-Taunus-Schule. Unerträglich findet der Krifteler die Vorstellung, dass die Eltern ihre Kinder irgendwann über eine Bundesstraße nach Hofheim schicken sollen. „Das nenne ich menschenverachtend!“ schimpft er. Als Jugendtrainer des SV 07 sorgt er sich außerdem um die Zukunft der Krifteler Fußballjugend. In der Bürgerversammlung war auch dargestellt worden, dass die Sportanlagen Hofheimer Straße im Falle einer Realisierung der B 519 neu in der mehrjährigen Bauzeit nicht nutzbar wären. Fraglich ist, ob sie danach noch genutzt werden können.

„Hofheimer Straße wird Zufahrtsstraße“

Natürlich bringt die Zeit Veränderungen mit sich. Das Haus der Familie Pfeffer ist 1955 erbaut worden. Damals war die Hofheimer Straße noch ein unbefestigter Weg. Nur gelegentlich fuhr mal ein Auto vorbei. Der Ausbau sei dann schon eine Verbesserung gewesen, gesteht Werner Pfeffer zu, auch wenn ihm der zunehmende Verkehr vor der Haustür nicht unbedingt gefällt. Dass er mit dem Bau der B 519 neu abnehmen soll, wie die Planer prophezeien, glaubt der Krifteler nicht. „Dann ist die Hofheimer Straße eine Hauptzufahrtsstraße nach Kriftel“.

„B 519 neu ist unsinnig“

Ebenso wenig ist Pfeffer davon überzeugt, dass die B 519 neu wirklich die Hofheimer vom Verkehr entlastet. Und gerade deswegen ist er, mal von der persönlichen Betroffenheit abgesehen, entschieden gegen das Projekt – „nicht nur, weil ich ein Krifteler bin“, sagt er. Schließlich gehe aus den Verkehrszählungen hervor, dass nur rund ein Prozent der Autos, die täglich durch Hofheim fahren, zum Durchgangsverkehr gerechnet werden können. „Es muss doch Jedem einleuchten, wie unsinnig diese Straße dann ist, deren Bau 34 Millionen Euro kosten soll! Sie wird ja sogar noch zusätzlich Verkehr anziehen“.

Was denkt die Hofheimer Bevölkerung?

Werner Pfeffer glaubt, dass viele Einwohner des Hofheimer Stadtteils Marxheim sich gar nicht darüber im Klaren sind, was durch die geplante neue „Verteilerstraße“ an Verkehrsbelastung auf sie zukommt. Früher habe es in Hofheim eine Bürgerinitiative pro B 519 neu gegeben. Heute höre man davon nichts mehr. Äußerungen zugunsten der Realisierung des Vorhabens kämen heute fast nur noch von politischer Seite. Das bestätigt Roland Pfeffer, der auch durch den Schulbesuch seines Sohnes Kontakt zu Hofheimer Familien hat. „Ich kenne bisher Keinen, der sich für die B 519 neu ausgesprochen hat“. Bedenkenswert finden Werner und Roland Pfeffer indessen den von den Hofheimer Grünen ins Gespräch gebrachten Vorschlag, durch eine Herabstufung der Bundesstraße in ihrem jetzigen Verlauf durch die Hofheimer Innenstadt weitergehende Maßnahmen der Verkehrsberuhigung zu ermöglichen.
„Das erscheint wesentlich vernünftiger als die Forderung nach immer neuen Straßen! Davon haben wir hier schon genug“. Werner Pfeffer ist bereit, sich weiter zu engagieren, um den Bau der geplanten B 519 neu zu verhindern, wie er es schon seit vielen Jahren tut. Auch wenn, falls dies nicht gelingt, auf jeden Fall wohl noch etliche weitere Jahre bis zu einer Realisierung vergehen würden. „Ich könnte mir sagen, in meinem Alter kann mir das doch jetzt egal sein, aber man muss ja auch an die jungen Leute denken!“